Tücher-Aufbewahrung

Alle, die sich mit orientalischem Tanz befassen kennen das Problem: Wohin mit den ganzen Münztüchern und Tanztüchern?

Da ich mich auch mit Upcycling befasse, habe ich neulich aus einem alten Vorhang und dem Faschingskostüm vom letzten Jahr eine Tücher-Aufbewahrung für den Kleiderschrank genäht.

Und so gehts:

Da die Tücher-Aufbewahrung in den Kleiderschrank soll, habe ich den Vorhang auf 50 cm Breite zugeschnitten. Er ist ca. 1,20 m lang. Das Gardinenband habe ich dran gelassen, damit der Stoff am Kleiderbügel mehr Stabilität hat.

Die Taschen habe ich extra aus einem durchscheinenden Material genäht, damit man sehen kann, welches Tuch in der Tasche steckt. Die Taschen sind ca. 20 x 30 cm groß.

Ich habe die Lappen für die Taschen ringsum mit einem Rollsaum versehen und sie dann mit einer Doppelnaht auf den Vorhangstoff genäht. Jede Tasche erhielt noch zwei breite Falten, damit die Tasche auch tief genug wird. Einige Tücher sind doch recht groß und würden in eine flache Tasche nicht hineinpassen.

Oben an dem Vorhangstoff habe ich eine große Schlaufe befestigt, die sich um den Haken vom Kleiderbügel legt. Zwei weitere kleinere Schlaufen habe ich an den Seiten befestigt. Damit die Ecken nicht einklappen, habe ich jeweils noch einen Steg zwischen der hinteren Seite der Schlaufe und der äußeren Ecke angebracht. So sitzt der Stoff schön straff.

Noch alle Nähte ringsum versäubern… und…

Fertig!!

Natürlich kann man in den Taschen auch andere Sachen aufbewahren…

 

5 Jahre Tanzschule Bahija – Ein Fest

Zum fünfjährigen Bestehen der Tanzschule Bahija für orientalischen Tanz gab es in Hennef-Uckerath eine Orientshow aller Schülerinnengruppen zu bewundern. Insgesamt neun verschiedene Kinder- und Erwachsenengruppen gibt es in der Schule und sie sind für die Kinder nach Altersstufen sortiert und im Erwachsenenbereich nach Leistungsstufen.

Eröffnet wurde die Schülerinnen-Show mit einer wunderschönen Nummer der Mutter-Kind-Gruppe. Die Mütter hatten in ihren Isis-Wings die kleinen Mädchen versteckt auf die Bühne gebracht, die ihrerseits selber wieder Isis-Flügel anhatten. Was für eine wunderschöne Eröffnungsnummer. Ich war zu Tränen gerührt und die Kleinen (ab 3 Jahre) haben das richtig toll gemacht und fast immer ihren Einsatz getroffen.

Das Programm ging weiter mit den Wüstenblumen, die am ersten Tag noch deutlich nervös von einander abschauten, aber am zweiten Aufführungstag souverän ihre Choregraphie absolvierten. In wunderschönen Kostümen füllten sie die Bühen mit ihren Raumwegen aus und zeigten ihr Können.

Danach zeigten die Anfängerinnen mit Vorkenntnissen – Azadeeh – in wunderschönen Kostümen einen Baladi mit Stock und auch sie konnten am zweiten Tag deutlich entspannter Lächeln und haben das wunderbar gemeistert.

Die Teenies „Abendsterne“ – trainiert von Sonja Paulzen zeigten eine frische und freche Oriental-Disco-Choreografie mit geschickt ausgewählten Kostümen und spritzigen Bewegungen.

Die Anfängerinnen (Choreographie Sonja Paulzen) erinnerten mit ihrem Saidi an MJ. Auch hier wurde Modernes sehr geschickt mit Tradition verbunden und die Damen haben sehr schön getanzt.

Die Auftrittsgruppe Arsinoé zeigte einen Baladi mit Zimbeln, hätte mir aber gerne etwas enthusiastischer sein und mehr lächeln können. Am zweiten Aufführungsstag (s.o.) war es dann besser.

Es folgte ein weiterer Tanz der Stufe 1 mit lustig wippenden Fransengürteln. Eine ordentliche Darbietung von den Anfängerinnen!

Wieder folgte ein Auftritt von Arsinoé. Mit wunderschönen Kostümen brachten sie einen traditionellen Saidi auf die Bühne. Leider stimmten manchmal die Abstände nicht so ganz.

Die Gruppe Azisa zeigte einen Schleiertanz in wunderschönen farbenfrohen Kostümen.

Anschließend folgte eine komische Nummer mit hawaiianischen Klängen, die die Pause einläutete. Ein gutes Zeichen war die Tatsache, dass man dachte “ Wie? Jetzt schon Pause?“

Nach der Pause ging es weiter mit einem Tribal Duo. Beim Tribal gibt eine Tänzerin die Bewegungen vor und die anderen tanzen es nach. Wenn dies von zwei Frauen getanzt wird, sieht es leider so aus, als ob die eine von der anderen abschaut. Immer wieder beeindruckend sind allerdings die üppigen Kostüme beim Tribal.

Dann gab es eine tolle Schleiernummer mit Schwarzlicht. Hier wurden Azadeeh so richtig in Szene gesetzt und die Schleier zauberten wunderschöne Bilder.

Arsinoé’s Töchter zeigten eine eigene, selbst erarbeitete Choreographie namens „Mädchen“, die aber auch ‚Zicken‘ hätten heißen können. :-)) Die Choreographie hatte alles: Eine Geschichte, tolle Bewegungen, Raumwege, schöne Bilder und einen sehr guten Schluß. Respekt!

Die Mittelalterfantasy von Azisa hatte mir persönlich etwas zu viel Rawasi und leider gelang der Kreis mit den auf- und absteigenden Tambourins nicht wirklich. Aber die Kostüme waren aufwendig gefertigt und der Aufgang durch das Publikum war eine tolle Idee.

Der Raks Sharky von Zaafnaa war beeindruckend getanzt. Die jungen Frauen mussten kurzfristig ihren Tanz umstellen, weil eine Tänzerin leider einen Unfall hatte und sie hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. Sie ließen sich aber absolut nichts anmerken und tanzten unbeeindruckt von den äußeren Umständen sehr souverän ihren Tanz. Eine tolle Leistung!

Das Doppelschleier-Trio kämpfte am ersten Tag mit den Tücken der Schleier und Kostüme, konnten das aber am zweiten Tag wieder wett machen. Beeindruckend war der Solo-Auftakt!

Die moderne Choreografie Atame der Arsinoés hätte auch gerne etwas mehr Intensität haben können. Leider stimmen oft die Positionen der Tänzerinnen nicht, so dass sie sich gegenseitig verdeckten, was sehr schade war.

Der absolute Höhepunkt und eine unglaubliche Leistung war der Shamadan Baladi von Arsinoés Töchtern. Bei dem Aufgang durch den Saal hielt das Publikum hörbar den Atem an. Die jungen Mädchen tanzten sehr souverän, zimbelten im Takt und hielten sämtliche Positionen und Raumwege ein.

Mit einem letzten Auftritt läuteten die Arsinoés das große Finale ein.

Hier kamen noch einmal sämliche Tänzerinnen auf die Bühne. Das Publikum spendete lange und ausgiebig Applaus.

Fazit: Es gibt wohl kaum eine zweite Schule für orientalischen Tanz, die eine solche Vielfalt auf die Bühne bringen kann. Über 90 Tänzerinnen im Alter ab 3 Jahren füllten die Bühne. Die Choreographien waren kurzweilig, abwechslungsreich und immer an die Kenntnisse der Tänzerinnen angepasst. Niemand war offensichtlich überfordert. Die Kostüme waren zum Teil üppig und bunt und zum Teil mit einfachen Mitteln erstellt und dabei an den jeweiligen Tanz und die Leistungsstufe der Gruppe angepasst und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Die meisten Kostüme hat Bahija übrigens selbst angefertigt.

Ein Lob gilt auch dem Veranstaltungsort Hotel-Landsknecht in Uckerath. Der Service war absolut professionell und hat zum Teil auf Knien serviert, um dem Publikum nicht die Sicht zu nehmen.

Messiah im Opernhaus Graz

Oper Graz

Oper Graz

Gleich Anfang des Jahres hatte ich riesiges Glück und gewann zwei Eintrittskarten zu dem Tanzstück Messiah in der Oper Graz. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde, habe ich doch jahrelang gleich zwei Tanzabos besessen und viel gesehen.

Zunächst war ich total begeistert von dem Opernhaus. Es ist nicht nur sehr beeindruckend mit dem Ganzen Prunk sondern es ist auch gut durchdacht. Jeder Rang hat seine eigenen Garderobe, eigene WCs und eine kleine Bar. Die Stühle sind natürlich etwas älter und nicht ganz so bequem und es empfiehlt sich, seine Plätze rechtzeitig einzunehmen, weil aneinander vorbeigehen innerhalb der Stuhlreihe schier unmöglich ist oder mit viel Körperkontakt verbunden. Wir saßen in der 12. Reihe Mitte und hatten eine gute Sicht.

Aber nun zu Messiah:

Das Bühnenbild war sehr gut, einfach und offen. Viel wurde auch vom backstage-Bereich gezeigt und es war so gut konzipiert, dass sich damit viele verschiedene Bilder erzeugen ließen.

Die Kostüme waren gut gewählt und wurden auch geschickt eingesetzt, um die „Menschwerdung“ zu verdeutlichen. Die farbenfrohen Kleidungsstücke symbolisierten auch sehr gut die karibischen Elemente.

Die Musik war live mit Orchester und Combo!!

Das Stück selber hat mich rundum begeistert. Sehr geschickt wurde hier Klassik mit der Moderne verbunden. Die Solisten des klassischen Parts standen mit auf der Bühne und wurden genial und gemäß ihren Möglichkeiten in den Tanz mit eingebunden. Auch der Chor wurde sehr schön in das Geschehen mit eingebunden. Ich mochte seine Auftritte und dass er auch einmal nicht zum Publikum sondern zur Seite sang. Die Kostüme des Chors gefielen mir auch sehr gut und erinnerten mich an das Straßenverkehrsamt Abteilung zwei :-)) Der Höhepunkt war aber der Auftritt mitten im Saal, quasi mit Surround Sound. Das hatte Gänsehautfaktor.

Raffiniert wurden verschiedene Medien miteinander kombiniert und zusätzlich zu dem Tanz eingesetzt und mit ihm verbunden. Live-Video-Bilder wurden genau so auf ein oder zwei Leinwänden gezeigt, wie vorgefertigte Videos. Dabei waren die kurzen Filmsequenzen wunderbar bearbeitet und man musste oft genau hinschauen, um überhaupt die Verwandlung auf der Leinwand mitzubekommen.

Immer wieder wurde man überrascht. Hier ein Schattenspiel. Dort eine Requisite gut eingesetzt. Es war nie langweilig. Und immer wieder schaffte es Darrel Toulon mit seiner Inszenierung umwerfende Bilder zu kreieren. Unvergesslich wird mir das Bild der Kreuzigung im Gedächtnis bleiben. Auch die Umsetzung des berühmten ‚Hallelujah‘ war sehr schön gelungen.

Die Solisten waren gefordert zusätzlich zu ihren Gesangsparts zu tanzen oder die Live-Kamera zu bedienen oder die Bühne geschickt umzubauen. Hier hat mich besonders der Bass Wilfried Zelinka beeindruckt. Previn Moore sang leider verstärkt, damit er sich gegen die Combo durchsetzen konnte und hatte dabei aber eine sehr variantenreiche glasklare Stimme. Die Sopranistin Lucia Kim konnte leider nicht so ganz in der Qualität mit ihren Kolleginnen und Kollegen mithalten.

Ich glaube, ich könnte das Stück noch drei Mal sehen und würde immer wieder etwas neues entdecken.

Falls es etwas zu verbessern gäbe (Kritik auf hohem Niveau) dann der Ton der Combo. Ich würde die Band gerne auch auf der Bühne sehen und nicht nur in der Passage.

Unverständlich war, dass nach der Pause doch einige Sitzreihen leer waren. Und mit dem Grazer Publikum hab ich noch so meine Probleme: Positiv war, dass sie sich schön gekleidet haben, zum Teil sogar mit bodenlangen Kleidern und dass sie in der Pause gegangen sind und nicht wie leider in anderen Theatern üblich mitten in der Vorstellung und laut Türen knallend. Negativ fand ich, dass sie zwischendurch applaudiert haben. Das hat wirklich sehr gestört. Vielleicht könnte man das vorher ansagen, wie der Hinweis auf die Mobiltelefone. Und es gab trotz dieser unglaublich guten Performance keine Standing Ovation. Ist das Grazer Publikum so verwöhnt? Oder macht man das in Österreich nicht?

Fazit: Ein grandioses Tanzerlebnis mit sehr vielen Facetten und Überraschungen. Nichts wie hin!!