5 Jahre Tanzschule Bahija – Ein Fest

Zum fünfjährigen Bestehen der Tanzschule Bahija für orientalischen Tanz gab es in Hennef-Uckerath eine Orientshow aller Schülerinnengruppen zu bewundern. Insgesamt neun verschiedene Kinder- und Erwachsenengruppen gibt es in der Schule und sie sind für die Kinder nach Altersstufen sortiert und im Erwachsenenbereich nach Leistungsstufen.

Eröffnet wurde die Schülerinnen-Show mit einer wunderschönen Nummer der Mutter-Kind-Gruppe. Die Mütter hatten in ihren Isis-Wings die kleinen Mädchen versteckt auf die Bühne gebracht, die ihrerseits selber wieder Isis-Flügel anhatten. Was für eine wunderschöne Eröffnungsnummer. Ich war zu Tränen gerührt und die Kleinen (ab 3 Jahre) haben das richtig toll gemacht und fast immer ihren Einsatz getroffen.

Das Programm ging weiter mit den Wüstenblumen, die am ersten Tag noch deutlich nervös von einander abschauten, aber am zweiten Aufführungstag souverän ihre Choregraphie absolvierten. In wunderschönen Kostümen füllten sie die Bühen mit ihren Raumwegen aus und zeigten ihr Können.

Danach zeigten die Anfängerinnen mit Vorkenntnissen – Azadeeh – in wunderschönen Kostümen einen Baladi mit Stock und auch sie konnten am zweiten Tag deutlich entspannter Lächeln und haben das wunderbar gemeistert.

Die Teenies „Abendsterne“ – trainiert von Sonja Paulzen zeigten eine frische und freche Oriental-Disco-Choreografie mit geschickt ausgewählten Kostümen und spritzigen Bewegungen.

Die Anfängerinnen (Choreographie Sonja Paulzen) erinnerten mit ihrem Saidi an MJ. Auch hier wurde Modernes sehr geschickt mit Tradition verbunden und die Damen haben sehr schön getanzt.

Die Auftrittsgruppe Arsinoé zeigte einen Baladi mit Zimbeln, hätte mir aber gerne etwas enthusiastischer sein und mehr lächeln können. Am zweiten Aufführungsstag (s.o.) war es dann besser.

Es folgte ein weiterer Tanz der Stufe 1 mit lustig wippenden Fransengürteln. Eine ordentliche Darbietung von den Anfängerinnen!

Wieder folgte ein Auftritt von Arsinoé. Mit wunderschönen Kostümen brachten sie einen traditionellen Saidi auf die Bühne. Leider stimmten manchmal die Abstände nicht so ganz.

Die Gruppe Azisa zeigte einen Schleiertanz in wunderschönen farbenfrohen Kostümen.

Anschließend folgte eine komische Nummer mit hawaiianischen Klängen, die die Pause einläutete. Ein gutes Zeichen war die Tatsache, dass man dachte “ Wie? Jetzt schon Pause?“

Nach der Pause ging es weiter mit einem Tribal Duo. Beim Tribal gibt eine Tänzerin die Bewegungen vor und die anderen tanzen es nach. Wenn dies von zwei Frauen getanzt wird, sieht es leider so aus, als ob die eine von der anderen abschaut. Immer wieder beeindruckend sind allerdings die üppigen Kostüme beim Tribal.

Dann gab es eine tolle Schleiernummer mit Schwarzlicht. Hier wurden Azadeeh so richtig in Szene gesetzt und die Schleier zauberten wunderschöne Bilder.

Arsinoé’s Töchter zeigten eine eigene, selbst erarbeitete Choreographie namens „Mädchen“, die aber auch ‚Zicken‘ hätten heißen können. :-)) Die Choreographie hatte alles: Eine Geschichte, tolle Bewegungen, Raumwege, schöne Bilder und einen sehr guten Schluß. Respekt!

Die Mittelalterfantasy von Azisa hatte mir persönlich etwas zu viel Rawasi und leider gelang der Kreis mit den auf- und absteigenden Tambourins nicht wirklich. Aber die Kostüme waren aufwendig gefertigt und der Aufgang durch das Publikum war eine tolle Idee.

Der Raks Sharky von Zaafnaa war beeindruckend getanzt. Die jungen Frauen mussten kurzfristig ihren Tanz umstellen, weil eine Tänzerin leider einen Unfall hatte und sie hatten mit technischen Problemen zu kämpfen. Sie ließen sich aber absolut nichts anmerken und tanzten unbeeindruckt von den äußeren Umständen sehr souverän ihren Tanz. Eine tolle Leistung!

Das Doppelschleier-Trio kämpfte am ersten Tag mit den Tücken der Schleier und Kostüme, konnten das aber am zweiten Tag wieder wett machen. Beeindruckend war der Solo-Auftakt!

Die moderne Choreografie Atame der Arsinoés hätte auch gerne etwas mehr Intensität haben können. Leider stimmen oft die Positionen der Tänzerinnen nicht, so dass sie sich gegenseitig verdeckten, was sehr schade war.

Der absolute Höhepunkt und eine unglaubliche Leistung war der Shamadan Baladi von Arsinoés Töchtern. Bei dem Aufgang durch den Saal hielt das Publikum hörbar den Atem an. Die jungen Mädchen tanzten sehr souverän, zimbelten im Takt und hielten sämtliche Positionen und Raumwege ein.

Mit einem letzten Auftritt läuteten die Arsinoés das große Finale ein.

Hier kamen noch einmal sämliche Tänzerinnen auf die Bühne. Das Publikum spendete lange und ausgiebig Applaus.

Fazit: Es gibt wohl kaum eine zweite Schule für orientalischen Tanz, die eine solche Vielfalt auf die Bühne bringen kann. Über 90 Tänzerinnen im Alter ab 3 Jahren füllten die Bühne. Die Choreographien waren kurzweilig, abwechslungsreich und immer an die Kenntnisse der Tänzerinnen angepasst. Niemand war offensichtlich überfordert. Die Kostüme waren zum Teil üppig und bunt und zum Teil mit einfachen Mitteln erstellt und dabei an den jeweiligen Tanz und die Leistungsstufe der Gruppe angepasst und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Die meisten Kostüme hat Bahija übrigens selbst angefertigt.

Ein Lob gilt auch dem Veranstaltungsort Hotel-Landsknecht in Uckerath. Der Service war absolut professionell und hat zum Teil auf Knien serviert, um dem Publikum nicht die Sicht zu nehmen.